27.09.2011 Wir sind offen für die Nachbarn

Die Zeichen sind eindeutig: Mit dem Dorfmarker Krämermarkt ist die letzte Großveranstaltung im Kreisstadtgebiet unter freiem Himmel gelaufen, die Fahnen am Rondell am Bad Fallingbosteler Kurhaus liegen im Winterlager, der letzte Kurkonzert-Ton ist verhallt – die Urlaubssaison 2011 neigt sich dem Ende. Grund genug, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Und die fällt in der Kreisstadt gut aus: Bad Fallingbostel verzeichnet im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung bei den Übernachtungszahlungen von 11,8 Prozent. Richard Nessel, Vorsitzender Dorfmark Touristik e.V., und Bürgermeister Rainer Schmuck bezeichnen das noch junge Modell für die touristische Betreuung als Erfolg. Und man bleibe „offen“ für die Nachbarn.

Dorfmark (ei). Von Neujahr bis Ende Juni hatte der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie für die ganze Lüneburger Heide ein Plus von drei Prozent bei den Übernachtungen ermittelt. Der Heidekreis insgesamt musste ein Minus von 1,2 Prozent hinnehmen; Walsrode registrierte vier Prozent mehr Übernachtungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Bad Fallingbostel mit dem größten Ortsteil Dorfmark und den kleineren Ortschaften kann sich über eine außergewöhnliche Steigerung freuen: 6825 Übernachtungen mehr entsprechen einem Plus von 11,8 Prozent. Unter dem Strich verzeichnet die Kreisstadt im ersten Halbjahr 2011 gut 64.500 Übernachtungen (2010: gut 57.700 von Januar bis Juni).

Richard Nessel und Rainer Schmuck

Das unbeständige Wetter, die wirtschaftliche Situation, Unruhen im Ausland: Mehr Deutsche haben Urlaub im eigenen Land gemacht, wissen Experten - davon profitiert auch Bad Fallingbostel. Die Verantwortlichen sind aber auch überzeugt davon, dass das neue Modell der touristischen Betreuung Früchte trägt. Seit Anfang 2010 kümmert sich der Verein Dorfmark Touristik um Bettenanbieter und Urlauber im ganzen Kreisstadtgebiet. Diese Regelung war nach Auflösung der TAV (Tourismus Agentur Vogelpark-Region GmbH) getroffen worden.

Die Dorfmark Touristik betreut jetzt 82 Betriebe (1724 Betten), 31 davon verfügen über mindestens zehn Betten, 51 haben weniger. Der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie erfasst nur Betriebe mit mehr als neun Betten.

Bürgermeister Rainer Schmuck ist von dem Konzept überzeugt: "Wir organisieren die touristische Betreuung anders als Gemeinden im Umfeld. Vorteil in Bad Fallingbostel ist neben dem überregionalen das zusätzliche regionale Marketing." Sowohl Gäste als auch Leistungserbringer (Bettenvermieter) würden örtlich betreut. Neben vielen ehrenamtlichen Helfern (Dorfmark Touristik, Verkehrsverein Bad Fallingbostel) sein fünf Angestellte in zwei Tourist-Informationen kompetente Fachkräfte vor Ort. Weiterer Vorteil laut Schmuck: "Das Geld bleibt in der Region."

Die Nachbarn in der Vogelpark-Region sein "durchaus interessant", so Schmuck und Nessel. So gebe es bereits ein Dutzend Mitglieder aus Düshorn. "Wenn jemand bei uns mitmachen will, dann sagen wir nicht nein", kündigt Richard Nessel an. "Wir können uns vorstellen zu wachsen", fügt Verwaltungschef Schmuck hinzu und sendet ein Signal in Richtung Bomlitz und Walsrode. Die Konstellation am Ende sei offen, eine abgewandelte Form der TAV dürfe jedoch nicht dabei herauskommen. In Gesprächen mit den Nachbarn seien "Aufmerksamkeit und Interesse" zu erkennen.

Politisch wächst der Druck auf gemeinsame Tourismusarbeit - schon wegen leeren Kassen. Bad Fallingbostel hatte die professionelle touristische Betreuung für das ganze Stadtgebiet Ende 2009 zunächst für drei Jahre übertragen (also bis Ende 2012). Der Jahresetat beträgt 100.000 Euro, davon muss die Dorfmark Touristik unter anderem ihre drei Angestellten bezahlen. Die beiden Mitarbeiterinnen in der Kernstadt werden aus dem Stadtsäckl direkt entlohnt.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 27. September 2011


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